Döllingen, 16.10.2022

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Obst das Ganze Jahr? Mit Lageräpfeln durch den Winter

Wer Zugang zu Obstbäumen- und sträuchern hat und es sich geschickt einrichtet, kann sich das ganze Jahr über mit frischen Früchten versorgen. Je nach Region geht es im Mai los mit Erdbeeren. Im Juni wächst die Auswahl um Johannis-, Him- und Stachelbeeren bis mit dem Beginn der Kirschwochen weiße bis schwarze Kirschsorten sich in der Reife abwechseln.

Der Sommer lässt keine Vitamin-Wünsche mehr offen, aber wie schaut es im Winter aus? Wer sich regional ernähren und trotzdem frisches Obst genießen möchte, hat dazu dank des Apfels Gelegenheit. Die Vielfalt der Sorten macht es möglich, denn neben den frisch-saftigen Sommersorten, die am besten direkt vom Baum gegessen werden, hat der Kulturapfel viele Sorten, die sich lange lagern lassen. Die Sorten, die uns über den Winter bringen, werden als Lagersorten bezeichnet. Sie werden zwar schon im Herbst mit den sogenannten Herbst- und Wintersorten geerntet. Sie unterscheiden sich aber darin, dass sie meistens erst nach einer Lagerung von einigen Wochen bis mehreren Monaten schmecken. Denn erst dann wird ein Teil ihrer Stärke zu Zucker umgewandelt und die volle Reife entwickelt. Ist euch der Boskop zu sauer? Dann ändert sich eure Meinung vielleicht, wenn die Früchte der bekanntesten Lagersorte einige Wochen lagern. Auch Altländer Pfannkuchen, Ontario und Rheinischer Bohnapfel sind frisch geerntet nur für knallharte Sauer-Begeisterte genießbar. Sie geben aber tolle Lagersorten ab, die unter guten Bedingungen bis zur Reife der ersten Erdbeeren im Mai halten können.

Doch wie lagert man richtig? Um noch im Frühjahr in einen saftigen Apfel zu beißen, braucht es keine Kühlungsanlage – ein gleichmäßig kühles und dunkles Naturlager mit einer hohen Luftfeuchte ist schon ausreichend – das trifft schon auf die meisten Hauskeller im Winter zu. Nur einwandfreie Früchte ohne Schäden sollten ins Lager kommen. Druckstellen machen die Früchte weniger haltbar, darum sollten Äpfel im Lager nicht gestapelt werden und sich im Idealfall seitlich nicht berühren. Das gelingt, wenn man sie auf Regalbrettern anordnet oder Apfelstiegen nutzt, mit denen die Äpfel berührungsfrei gestapelt werden können. Du solltest das Lager ab und an mal kontrollieren und braun werdende Früchte aussortieren, damit sich keine Fäule bildet.

Sollten die Früchte verschrumpeln, waren die Lagerbedingungen nicht gut genug, die Sorte war nicht geeignet oder die Lagerzeit war doch schon erschöpft. Das mürbe Fruchtfleisch schmeckt Vielen nicht mehr, aber wenn die Früchte ansonsten einwandfrei sind, kannst du sie zum Kochen von Apfelmus oder zum Aufpeppen von herzhaften Gerichten verwenden.

Tipp: Äpfel, die du jetzt noch an Bäumen findest und deren Fruchtfleisch noch fest ist, sind in der Regel Lagersorten. Alle anderen Sorten haben jetzt entweder mehliges Fruchtfleisch oder sind schon vom Baum gefallen. Die Lageräpfel haben dagegen festes, trockenes Fruchtfleisch und kommen dir vielleicht sogar noch unreif oder sehr sauer vor, wenn du sie probierst. Sie sollten schnellstmöglich ins Lager wandern, damit der Frost ihnen nicht schadet.

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