Unsere regionalen Partner aus Naturschutz, Umweltbildung, Verarbeitung und Wissenschaft

Im Rahmen der Projektförderung der EU und des Landes Brandenburg Kompetenzstelle Streuobst im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft, Förderzeitraum 2018-2022, möchte der Kerngehäuse e.V. hiesige Landwirte, Initiativen und Akteure in ihrem Engagement für den Erhalt und die Pflege der Kulturlandschaft Streuobstwiese unterstützen und die Öffentlichkeit für die fruchtige Vielfalt vor ihrer Haustür sensibilisieren.

Hierdurch soll der wirtschaftliche Nutzen erhöht und der hohe ökologische Wert der Streuobstlandschaft erhalten werden. Neben Veranstaltungen in der Umweltbildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Seminaren zur Obstbaumpflege und Veredelung, knüpfen wir Verbindungen zwischen einzelnen Streuobstakteuren, vermitteln sowohl Expertise als auch Förderinstrumente, und stehen den Eigeninitiativen von Bürgern, Kommunen, Vereinen und Unternehmen beim Pflanz­en, Pflege­n und Ernten mit Rat und Tat zur Seite.

Seit 2018 projektieren wir, zusammen mit der Naturparkverwaltung, dem Obst- und Gartenbauverein Hohenleipisch e.V., Hans­-Jürgen Mortag vom Thüringischen Pomologenverein, Baumwart Christian Wolf, dem Julius-­Kühn­-Institut für Züchtungsforschung und NagolaRe-Regio-Saatgut die Pflege und Rekultivierung von ca. 5 ha Streuobstwiesen – ab 2019 mit freundlicher Unterstützung der Mineralquellen Bad Liebenwerda GmbH. Im Folgenden möchten wir diese und weitere Kooperationspartner hier kurz vorstellen.

Die Portraits folgender Partner werden in Kürze ergänzt: 

Ein wahrer Schatz an landschaftlichen Kleinoden versteckt sich ganz im Süden Brandenburgs, im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft – purpurn blühende Heide, sagenhafte Moorlandschaften oder romantische Streuobstwiesen lassen sich per Rad oder zu Fuß erkunden. Bizarre Bergbaurelikte bringen zum Staunen und eine Kahn­- oder Bootsfahrt im Kleinen Spreewald entspannt abseits von Besuchermassen und urbanem Stress. Rund eine Stunde von Dresden und etwa 2 Stunden von Berlin bietet diese noch wenig besuchte Kulturlandschaft alljenen, die Erholung abseits vom Massentourismus in purer Natur schätzen, genau das Richtige.

Die Kolleginnen des Förderverein des Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft e.V. bilden das kreative Rückrat in der Umweltbildung für Schulklassen, Kitas und Ferienkinder im Besucherzentrum ‘erlebnisREICH Naturpark’ im Schloss Doberlug. Neben der preisgekrönten Dauerausstellung warten dort ein Experimentarium, Wechselausstellungen und bald auch ein Spielplatz zu ihrer Entdeckung durch kleine und große NaturbeobachterInnen auf.
Im ebenfalls vom Förderverein getragenen Auerhuhn-Projekt dreht sich alles um die Wiederansiedlung des früher im Naturparkgebiet heimischen Auerhuhns – und mit ihm als Leittierart – um die dauerhafte Revitalisierung und den Erhalt dieses ökologisch und kulturlandschaftlich einmaligen Lebensraums.

So vielgestaltig und abwechslungsreich wie der Naturpark ist, so vielseitig sind die Aufgaben der Naturwacht im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft. Den Ranger kennt man als imposante Figur mit Sheriffgewalt. Dies trifft so nicht für die Naturwächter im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft zu. Sie sind da für den Besucher, den Einheimischen, den Landnutzer und natürlich für die Tier- und Pflanzenwelt. Natur kann jeder erleben, erfühlen, erschmecken – der Rucksack ist gepackt mit Kescher, Lupe und vielem mehr. Auf geht es in die Natur vor unserer Haustür, um in einem Gewässer die Libellenlarven zu bestimmen, die unterschiedlichen Gesichter des Waldes zu suchen oder die bunte Blütenvielfalt einer Wiese festzuhalten.

Hans-Jürgen Mortag vom Pomologen-Verein Thüringen berät uns und unsere Kooperationspartner mit seinem Erfahrungs- und Praxiswissen bei der Sortenwahl, dem Obstbaumschnitt und dem naturnahen Streuobstanbau – ein unentbehrlicher Partner bei all unseren Revitalisierungsvorhaben in der historischen Streuobstregion Hohenleipisch-Döllingen. Traditionell vertreten bei der alljährlichen Apfelsortenausstellung des Niederlausitzer Apfeltags im Pomologischen Schau- und Lehrgarten Döllingen. Bereit sein Wissen über alte, seltene und erhaltenswerte Apfelsorten sowohl mit Fach- als auch Laienpublikum zu teilen und zugleich Kenner der neuen Sorten des Bereichs Züchtungsforschung an Obst des Julius-Kühn-Instituts in Dresden-Pillnitz.
Einen Video-Mitschnitt seiner Apfelsortenkunde finden sie in Kürze hier.

Die Obstgenbank des Julius-Kühn-Institut in Dresden-Pillnitz umfasst tausende genetisch unterschiedliche Muster heimischer Obstsorten und verwandter Wildvorkommen. Diese Sammlungen bieten eine einzigartige Ressource für die genetische Grundlagenforschung und die Obstzüchtung. Seit Bestehen des Forschungsstandortes wurden obstgenetische Ressourcen gesammelt und von anderen Standorten in Deutschland und dem Ausland hierher überführt. In der Obstgenbank wachsen auf ca. 10 ha Fläche 3000 Akzessionen unterschiedlicher botanischer Arten.
Die Wissenschaftler des Julius-Kühn-Institut stehen uns sowohl in Bestimmungsfragen als auch bei der In-Kultur-Bringung erhaltenswerter und ökologisch anbautauglicher Obstsorten zur Seite. Seit September 2019 wachsen in Hohenleipisch-Döllingen – bekannt für die historischen Streuobstäcker aus Süßkirschen und Erdbeeren – 28 erhaltenswerte und krankheitsgeprüfte Erdbeerpflanzen aus der Zucht des Instituts im Freiland.

Christian Wolfs Bio-Imkerei liegt am Rande des Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft in Lauchhammer. Die vielfältige unmittelbare Kulturlandschaft bietet seinen Bienen während der Blütezeit reichhaltige Trachtquellen. Hierdurch werden zum einen nur sehr kurze oder gar keine Wanderungen mit den Bienen unternommen, zum anderen ist die  Ernte verschiedener Honigsorten beträchtlich. In seiner Verschlussbrennerei verarbeitet er regionale Obstvorkommen zu bekömmlichen Bränden, u. a. Quitten aus dem Pomologischen Garten in Döllingen. Als zertifizierter Baumwart macht Christian Wolf sich für den Erhalt und die Revitalisierung der hiesigen Streuobstlandschaft stark, vermittelt verschiedenen Zielgruppen anschaulich die Grundlagen des Obstbaumschnitts und teilt seine Erfahrungen im naturnahen Obstbau.